Weiterentwicklung der Realschule und Werkrealschule

Veröffentlicht am 26.09.2015 in Fraktion

SPD Denzlingen votiert gegen das Konzept - Es fehlt das gute Dach der neuen Pädagogik einer Gemeinschaftsschule

"Wir haben uns für das Ziel einer Gemeinschaftsschule für Denzlingen entschieden, da wir das Bildungskonzept für zukunftsfähig, bildungspolitisch schlüssig und soziale gerechter halten.(...)

Unser „Nein“ in der Abstimmung heute für die Weiterentwicklung des neuen Schulkonzeptes bedeutet nicht, dass wir uns bei der Umsetzung des Beschlusses ausklammern. Unser „Nein“ ist ein „Ja“ für einen neuen Weg!"  -Willi Kieninger-

2018 startet die "Neue Realschule" (veröffentlicht am Sa, 26. September 2015 auf badische-zeitung.de)

Die komplette Rede aus der GVV-Sitzung vom 24.09.2015::

Wir treffen heute hier eine schulpolitische Entscheidung mit besonderer Tragweite. Die Weiterentwicklung der Schulen ist notwendig. Das Dreigliedrige Schulsystem stößt mit seinem Trennungscharakter im Bildungsbereich an seine Pädagogischen Grenzen. Nicht selektives Lernen sondern längeres gemeinsames Lernen ist ein Signal und eine Hauptaussage der neuen Bildungspolitik. Neben Wissensbildung benötigen wir ein verstärktes gegenseitiges Miteinander mit sozialer Kompetenz. Die Welt ist nicht nur durch mehr Wissen in den sozialen Konflikten ein gutes Stück vorangekommen, sondern vielmehr durch Engagement von Menschen mit sozialer Verantwortung.

Direktoren und Lehrer haben sich auf den Weg gemacht, um ein neues Realschulkonzept zu entwickeln, welches sich teilweise an der Pädagogik der Gemeinschaftsschule orientiert. Jedoch sind auf dem Fundament noch zu viele brüchige Steine abgelagert. Die neue Pädagogik steht für mehr eigenverantwortlichem Lernen nach dem eigenen Rhythmus.Starke und schwache Schüler lernen gemeinsam in Lerngruppen. Die Lehrerin oder der Lehrer werden auch zu Lernbegleiter. Aspekte dieser Pädagogik werden in dem Konzept beachtet. Hierfür verdient dieses Konzept meine Hochachtung. Aber nach der sechsten Klasse werden in den Hauptfächern die Niveaustufen „G“ für „grundlegend“ und „M“ für „mittleres Niveau“ eingeführt. Hier werden die Kinder wieder geteilt/selektiert.

Verlässt uns da der Mut für eine Pädagogik die nicht selektiert und Versagensängste hervorruft?

Wenn jeder Schüler nach seinem eigenen Lerntempo und auf dem selbst gewählten Niveau, wie es die Gemeinschaftsschule vorsieht arbeiten kann, dann kann sich ein leistungsstarker Schüler nicht behindert fühlen. Warum wird dann selektiert? 

In der Pädagogik der Gemeinschaftsschule gibt es keinen Notenstress. Der Wechsel von einem niedrigeren Niveau in ein höheres Niveau ist schneller möglich. Die individuelle und die gemeinschaftliche Förderung ist ein neues hohes bildungspolitisches Gut. Dieses Gut bietet die Gemeinschaftsschule in einem schlüssigen Konzept. 

Noch ein Gedanke zur Ganztagsschule:

Eltern benötigen heute schon allein wegen ihrer Berufstätigkeit verlässliche Kinderbetreuungszeiten. Wir werden uns dem Ganztagsschulthema auch in Denzlingen stellen müssen. Warum klammern wir dieses Thema aus? 

Im Bereich der Schulhausentwicklung arbeiten wir mit einer Schulmachbarkeitsstudie, welche wir von der SPD voll unterstützen. Allerdings muß hier die Frage beantwortet werden: Was machen wir in Schulen?

Für das neue Realschulkonzept fehlt mir hier die Machbarkeit. Zwischen den guten Steinen der Weiterentwicklung der Realschule und Werkrealschule, welche von den Direktoren ausgearbeitet wurden, sind noch zu viele brüchige Steine, welche verfestigt werden müssen. 

Es fehlt das gute Dach der neuen Pädagogik einer Gemeinschaftsschule.Wir haben uns in der SPD für das Ziel einer Gemeinschaftsschule für Denzlingen entschieden, da wir das Bildungskonzept für Zukunftsfähig, bildungspolitisch schlüssig und sozialer gerechter halten, sowie durch den Ganztagesbetrieb die Kinder vom Hausaufgabenstress und oft im alten System notwendiger Nachhilfe befreien wollen. 

Unser „Nein“ in der Abstimmung heute für die Weiterentwicklung des neuen Schulkonzeptes bedeutet nicht, dass wir uns bei der Umsetzung des Beschlusses ausklammern. Unser „Nein“ ist ein „Ja“ für einen neuen Weg!

 
 

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