(db) Im „Rebstock“, 1946 das Gründungslokal des SPD-Ortsvereins trafen sich die Mitglieder der Denzlinger SPD, um das politische Jahr ausklingen zu lassen und verdiente Denzlinger Sozialdemokratinnen und Sozial-demokraten für ihre Treue zur Partei zu ehren. Der Denzlinger SPD-Vorsitzende Jürgen Kaufmann freute sich besonders darüber, dass er zu diesem Anlass den SPD-Kreisvorsitzenden Dr. Johannes Fechner aus Emmendingen und die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle aus Waldkirch begrüßen konnte.
Zu Beginn der Veranstaltung ließ Jürgen Kaufmann mit einem Blick zurück das politische Jahr in Denzlingen Revue passieren, in dem die SPD bemerkenswerte Initiativen auf Ortsebene ergriffen hat. So wurde ein Konzept zur langfristigen Gestaltung der sozialen Einrichtungen erstellt, dessen Sinn es ist, bezahlbaren Wohnraum und mehr Plätze für betreutes Wohnen in Denzlingen zu gewährleisten. Die SPD hat sich aktiv in die Ortskerngestaltung eingebracht und sich um konkrete Vorschläge für eine bessere Gestaltung des Areals um den Grünen Baum gekümmert. Jürgen Kaufmann: “Zusammen mit der Fraktion haben wir über eine bessere Lösung der Ortskernsanierung Rosen- und Hauptstraße besprochen. Nachdem die ursprünglichen Planungen vorläufig still liegen, eröffnet sich für uns die Chance mit der Bevölkerung über Alternativen zu diskutieren.“ Ein wichtiges Thema war und ist der Denzlinger SPD die Schulreform, also Ganztagsschule und speziell die Inklusion. Die SPD unterstützt die Initiative von Dietrich Elchlepp und anderen, die den überparteilichen Arbeitskreis Inklusion gegründet haben. Wichtig ist uns, so Kaufmann, dass zuerst einmal informiert wird worum es bei den schulischen Alternativen geht, welche die neue Landesregierung verfolgt, und Eltern und Lehrer sowie Gemeindevertreter einbezogen werden. Der Denzlinger SPD-Chef richtete aber auch seinen Blick nach vorn und stellte fest, dass die SPD vor einem historischen Wahljahr und vor enormen Herausforderungen in der Politik stehe. Jürgen Kaufmann: „Das Land und die Menschen bedürfen in dieser schwierigen Zeit dringend der Sozialdemokraten an der Regierung. Ich bin überzeugt, dass ihr alle im kommenden Wahlkampf für diese Einsicht kämpfen werdet.“
Dies griff die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle in ihrem Grußwort auf und berichtete über die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit im Landtag, wobei auch die soziale Frage deutlich im Vordergrund stehe. Der Armutsbericht habe sie betroffen gemacht und ihr deutlich aufgezeigt, wo und wie die politischen Mandatsträger ihrer Verantwortung nachkommen müssen.
Der SPD-Kreisvorsitzende Johannes Fechner dankte den anwesenden Denzlinger Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für die Unterstützung auf Kreisebene und bat um diese Unterstützung für das kommende Jahr, wenn es darum gehe, dass endlich wieder der Wahlkreis Emmendingen durch einen SPD-Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten sein wird. Er werde mit voller Kraft, Ideenreichtum und Energie an diesem Ziel arbeiten.
Anlässlich der Ehrung von verdienten Mitgliedern, die vor 40 Jahren in die SPD eingetreten sind, erinnerte SPD-Urgestein und damaliger Bundestagskandidat Dietrich Elchlepp an das für die SPD prägende Jahr 1972, in dem Willy Brandt seit drei Jahren Bundeskanzler war und nach dem gescheiterten Misstrauensvotum Neuwahlen notwendig wurden, die die SPD mit fast 46% und somit dem besten Wahlergebnis aller Zeiten eindeutig gewonnen hatte. Dies war ein besonderes Jahr.

Adi Lapp, Ursel Messmer Thoma, Sigurd Lawnick, Hans Gaucke, Wolfram Winkler, Werner Schwan und Gerhard Marin entschlossen sich, Willy Brandt und die SPD zu unterstützen. Altgemeinderat Sigurd Lawnick, das langjährige SPD-Vorstandsmitglied und Kassiererin des Ortsvereins Ursel Messmer-Thoma und die ehemalige Mitarbeiterin im SPD-Regionalbüro Südbaden Adi Lapp konnten die Ehrenurkunde und Ehrennadel an diesem Abend vom Ortsvereins-vorsitzenden direkt in Empfang nehmen. Dietrich Elchlepp zu den Geehrten: „Unter anderem Euch ist es zu verdanken, dass die Politik Willy Brandts durch Eure Entscheidung unterstützt wurde und durch die Politik des Wandels durch Annährung letztendlich die Wiedervereinigung Jahre später erst möglich machte.“
Für 25 Jahre in der SPD wurden persönlich geehrt: Zoja Elchlepp und Hannelore Schiedel, nicht anwesend sein konnten Thomas Leyser und Peter Eisenberger.
Für zehnjährige Mitgliedschaft in der SPD sprach die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Roswitha Hilden Jürgen Kaufmann, der jetzt den Ortsverein leitet, die herzlichsten Glückwünsche aus, verbunden mit dem Hinweis, dass er für seine zukünftige Arbeit in der Führung der Denzlinger SPD immer die notwendige Energie aber auch die Freude am Amt haben werde.
Mit der Verabschiedung von Hans Reidl aus dem Gemeinderat durch die SPD stand ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt auf dem Programm. Hans Reidl war über 14 Jahre Mitglied der SPD-Gemeinderatsfraktion und habe sich nicht nur durch die Themen Solarenergie, Schulpolitik oder deutsch-polnische Städtepartnerschaft einen Namen gemacht, so die Alt-Gemeinderätin Roswitha Hilden, sondern war als Gemeinderat in vielen kommunalpolitischen Sachfragen engagiert, kompetent und verlässlich. Hans Reidl bedankte sich für die Ehrung und ließ seine Zeit als Gemeinderat, der er eigentlich nie werden wollte, vor den SPD-Mitgliedern Revue passieren. „Für mich war die Zeit als Gemeinderat zwar immer sehr zeitintensiv, doch sie hat mir auch viel gegeben. Es war ein gutes Gefühl, das Vertrauen der Denzlinger Bevölkerung zu genießen und bei wichtigen Entscheidungen zum Wohl der Gemeinde mitgewirkt zu haben“, so Hans Reidl.

Herzlich aufgenommen in der SPD Denzlingen wurde Michael Berling, dem Sabine Wölfle das Parteibuch überreichte.

Abschließend berichtete SPD-Fraktionssprecher Willi Kieninger über die Gemeinderatsarbeit des vergangenen Jahres und stellte dabei ebenso die soziale Frage in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Neben vielen Projekten in der Gemeinde, von der Ortskernsanierung bis zur Wirtschaftsförderung müsse bei allem politischen Handeln immer der Mensch im Mittelpunkt stehen und hier insbesondere der Mensch am Rande der Gesellschaft, den die politischen Entscheidungsträger auch im Gemeinderat immer berücksichtigen sollten.