Appell an Umweltminister Franz Untersteller

Veröffentlicht am 14.12.2018 in Ankündigungen

Für einen menschen- und naturverträglichen Ausbau und Betrieb der Hochwasserrückhalteräume am Oberrhein

Das Land Baden-Württemberg plant bzw. betreibt teilweise bereits im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume entlang des Oberrheins. Zum Schutz der Unterlieger vor Hochwasser im Rhein erklären sich die Unterzeichner des Appells solidarisch mit den Menschen flussabwärts. Die Zurückhaltung von Rheinwasser im Hochwasserfall auch in den Wäldern am Oberrhein wird von uns nicht in Frage gestellt.

Wir wenden uns jedoch gegen die vom Land Baden-Württemberg geplanten sogenannten ökologischen Flutungen, die für den Menschen gefährlich sind und die Natur schädigen und zerstören. Ökologische Flutungen:

  • führen zu einer Verschlammung und Vermüllung der Naturräume,
  • führen zu einem flächigen Eintrag von Mikroplastik im gesamten Rückhalteraum,
  • schränken die Nutzung des Erholungsraums Wald für Einwohner und Touristen stark ein,
  • gefährden die sich im Rückhalteraum aufhaltenden Erholungsuchenden und Waldnutzer,
  • gefährden Einwohner und Touristen durch die Ansiedlung von nicht heimischen, Krankheiten übertragenden Insekten wie der Asiatischen Tigermücke in den früheren Malariagebieten,
  • führen zu Schnakenplagen, da die Bekämpfung der Schnaken bei sich wiederholendem Hochwasser versagt, wie die Erfahrungen in den letzten Jahren vor Ort zeigen,
  • führen zu einer deutlich schlechteren Energiebilanz als bei einem bloßen Durchströmen von Schluten, da die Pumpengalerien erheblich intensiver betrieben werden müssen,
  • schränken die waldwirtschaftliche Nutzung ebenso wie die Nutzung des Rückhalteraums durch die Jagd und die Fischerei erheblich ein.

Wir fordern angesichts der vielen Nachteile von ökologischen Flutungen die Nutzung der in den Rückhalteräumen vorhandenen Schluten als naturnähere Lösung, die zudem die Menschen vor Ort nicht unnötigen Gefährdungen aussetzt.

Wir fordern, dass in den noch nicht Plan festgestellten Rückhalteräumen Breisach/Burkheim und Wyhl/Weisweil die Nutzung der vorhandenen Schluten begleitet von einem Monitoring mindestens 10 Jahre lang erprobt wird. Wir fordern den zuständigen Umweltminister und den Umweltausschuss des Landtags Baden-Württemberg auf, sich selbst ein Bild vor Ort von den geplanten Vorhaben zu machen.

Wir fordern weiterhin, dass bis zu einem Vor-Ort-Termin des zuständigen Umweltministers und des Umweltausschusses des Landtags keine weiteren Verfahrensschritte durch das Land Baden-Württemberg unternommen werden, die weiterhin auf die nachteiligen ökologischen Flutungen setzen.

Unterzeichner*innen:

  • Sabine Wölfle MdL (SPD) 

  • Dr. Patrick Rapp MdL (CDU)

  • Marion Gentges MdL (CDU) 

  • Dr. Johannes Fechner MdB (SPD) 

  • Christoph Hoffmann MdB (FDP)

  • Jürgen Keck MdL (FDP) 

  • Daniel Karrais MdL (FDP) 

  • Peter Weiß MdB (CDU)

 
 

Homepage Sabine Wölfle MdL

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