Forderung nach Berufsfachschule für Altenpflege für Menschen mit Migrationshintergrund

Veröffentlicht am 17.05.2018 in Pressemitteilungen

Mit dem Beschluss des Kreistags von Montag, 7. Mai 2018, möchte der Landkreis Emmendingen eine Zweijährige Berufsfachschule für Altenpflegehilfe für Menschen mit Migrationshintergrund in Emmendingen einrichten. Der Schulversuch soll zum kommenden Schuljahr 2018/2019 starten. Bedingt durch den demographischen Wandel gebe es einen steigenden Bedarf an Fachkräften der (Alten-) Pflege, argumentiert die Schulleitung der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE). Die sozial- und integrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Sabine Wölfle MdL unterstützt dieses Vorhaben. In einem Ministerbrief wendet sich die stellv. Fraktionsvorsitzende an die Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Zum Schuljahr 2014/2015 startete der Schulversuch einer Zweijährigen Berufsfachschule Altenpflegehilfe für Menschen mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg. Im Regierungsbezirk Freiburg sind diese Schulen bislang nur an den Standorten Radolfzell, Rottweil und Waldshut-Tiengen vertreten. Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Emmendingen können diese Schulen trotz der großen Nachfrage nicht erreichen.

Die Schülerzahl der bereits bestehenden Altenpflegeschule der GHSE steigt kontinuierlich, auch viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind an der 1-jährigen Berufsfachschule. Sprachliche Barrieren erschweren jedoch meist die Ausbildung der jungen Geflüchteten. Die neu eingeführte Schulart würde ihnen sowohl Fachkompetenz als auch Sprachkenntnisse ermöglichen und somit zum Gelingen von Integration beitragen. „Gute Integration gelingt nur, wenn den Betroffenen die bestmögliche Bildung zuteilwird“, sagt Sabine Wölfle. Aufgrund von §2 der Verordnung zur regionalen Schulentwicklung, auf den sich das Regierungspräsidium beruft, kann dieser wichtige Schulversuch derzeit nicht umgesetzt werden.

In einem Brief an die Kultusministerin Susanne Eisenmann bittet Sabine Wölfle daher um die Lockerung der Vorgaben zur Einrichtung neuer Schularten. Außerdem regt sie an zu prüfen, ob Ausnahmenregelungen möglich sind. „Die Verordnung muss dringend korrigiert werden“, so Wölfle. Da hinlänglich bekannt sei, dass in Deutschland ein enormer Mangel an Pflegefachkräften besteht, biete die Zweijährige eine Chance, diese Problematik zu lösen. „Es muss eine politische Entscheidung getroffen werden, damit das Ziel einer guten Integration erfüllt werden kann.“

 
 

Homepage Sabine Wölfle MdL

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